walltattoo - barbara vörös und andreas reichl

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kleine zeitung
text: Julia Schafferhofer

Nach Strich und Farben

Barbara Vörös und Andreas Reichl tätowieren Wände une Decken. Keine Panik: Blut Fliesst dabei keines.

Sehnsüchte stillen, zum Leben erwecken, Mensch und Natur in Symbiose bringen. Phrase, die assoziieren, man sässe bei einem Motivationsseminar für ausgebrannte Manager, entpuppen sich als etwas völlig anderes: als Herangehensweise an Räume. Genauer gesagt, an jene Philosophie, die die Grafikdesignerin Barbara Vörös und der Architekt Andreas Reichl auf die Wand pinseln.
Zwei Künstler, eine Idee, die si "walltattoo" tauften: Der Name hat Programm. "der Begriff kommt von Zeichen", klärt Vörös auf. diese wollen sie setzen: gegen "sozial verkümmerte Räume" etwa, und natürlich gegen Langeweile.
Denn: Die Muster und Ornamente, die sie auf die Wânde bringen, werden spür-und fühlbar. "Wir versuchen das Thema, das an dem Ort vorhanden ist, zu verstärken", betont Reichl und streicht über die Wand einer Wiener Agentur, die sie soeben aufpeppen. Die Chefin wünschte sich Sprüche wie "Im Hier und Jetzt alles zu geben ist wahre Grosszügigkeit gegenüber des Zukunft".
Ein relativ eng gesetztes Spektrum, vor das sie hier gestellt wurden. Um die individuelle Note ins Spiel zu bringen, konstruirten sie ein Wechselbad zwischen Schrift-Variationen auf den gestreiften Schattierungen von Grün-Grau, Limone und Pink. Eine Aufgabe, fü die sich die Beiden "Wändetätowierer" viel Zeit Nehmen. "Bei einem erste Kennenlern-Termin versuchen wir, den ganz individuellen Charakter des Raumes zu erspüren", sagt reichl. Erts nach etwa drei Wochen machen sie sich an den ersten Entwurf.
Später wird das Muster per Raster an die frisch mit Dispersionsfarben gestrichene Wand geworfen, die Konturen werden in stundenlanger Pâzisionsarbeit nachgemalt und ausgefüllt. "Zwei Schichten sind schon notwendig." Ohne Einstiche, ohne Schmerzen, ohne Nadeln. Einzige Erinnerung an die tätowierte Ewigkeit: "Die Farben sind auf jeden Fall wischfest".
Die Projekte des kreativen Teams können unterschiedlicher nicht sein: dei Bandbreite reicht von Tiefgaragen über Frisier-Salons, Cafés und Design-Agenturen bis zu Privaträumen. Eines ist abec allen gemeinsam: "Das Ziel ist es, gebaute räume mit der Natur zu verbonden, unsere Haut mit des zweiten Haut sozusagen", versucht es reichl zu beschreiben.
Anders formuliert: das neue Wohlfühlprogramm für stresstge Bürozimmer, die Anleitung zur Langsamkeit.
Eine Mantaltherapie, die einiges kostet: mit zirka 3000 Euro für "vernachläsigte räume" muss man schon rechnen, wenn man sie wieder zum Leben erwecken will.