walltattoo - barbara vörös und andreas reichl

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falter, stadtleben
text: florian holzer

das motto der kunsthalle
neues lokal bernd schlacher hat das kunsthallencafè am karlsplatz übernommen,
ein bisschen umgestaltet und mit zeitgemäßer karte versehen.

vor elf jahren eröffnete das sogenannte kunsthallencafè am/im provisorischen kunsthallenkontainer von adolf krischanitz. es etablierte sich rasch, erstens aufgrund seiner tollen terrasse, zweitens wegen der nähe zu universitäten und hochschulen, drittens, weil sich an dieses publikum von studierenden und jungkünstlern sonst kaum ein beisl wandte. Seit dem veränderte sich die situation dramatisch: naschmarkt, museumsquartier und eine legion anderer lokale im freihausviertel machten demkunsthallencafè konkurenz; der vorteil der einzigartigen terrasse wurde zu nichte gemacht, indem seit etwa zwei jahren mit lähmender geschwindigkeit irgendwelche notstromaggregate rund um die kunsthalle gebaut werden: die kunsthalle selbst wurde abgerissen und übersiedelte bekanntlich ins museumsquartier; na und zu den innovativsten lokalen zählte das kunsthallencafè dann in den letzten jahren auch nicht mehr wirklich.
vor kurzem übernahm bernd schlacher das cafè. wie auch schon in der halle im museumsquartier engagierte er eichinger oder knechtl für die umgestaltung, die sich allerdings in grenzen halten musste, da adolf krischanitz’ bauwerk interessanterweise unter denkmalschutz steht. ein bisserl was ging trotzdem, zum beispiel die decke und die bar von walltattoo mit schwarzen insekten bemalen zu lassen; die bar ein bisschen plastischer zu gestalten; schwarze vorhänge vor die glasscheiben zu hängen, was den raum des abends aber ganz schön klein machen kann; das mobiliar auszutauschen und für zwei loungeecken zu sorgen, “weil ein esslokal war die kunsthalle ohnehin nie!, so schlacher. da hat er recht. um so erfreulicher, dass er dennoch eine sympathische speisekarte schrieb, auf der zum beispiel von einem tellerchen mit tsatsiki und guacamole zu lesen ist. letztere vielleicht etwas mild und ohne zitrone, aber dafür sehr frisch (eur 5,20). der babyblattspinat mit den eingelegten artischocken war brav, wobei die spinatblätter eher riesenbabys waren und die marinade zu agressiv geriet (eur 6,80), der gegrillte halloumi mit tomaten und melanzani kam gut, wäre mit weniger salat noch besser gekommen (eur 6,80). gefüllte paprika mit einer reis-feta-fülle waren so weit okay, etwas indisch gewürzt, sicher nicht die schlechtesten füllpaprika der stadt (eur 6,80), das gemüse-rinder-curry erinnert zwar eher an ein gulasch, das fleisch war aber mürbe, weich und wunderbar, die portion- wie eigentlich alle - nicht zu bewältigen (eur 11,50). es ist laut im kunsthallencafè, auch dann, wenn gerade kein star.dj auflegt, aber dann besonders. und die luft ist schlecht, aber das sind beides ja folgeerscheinungen des massiven interesses an der neuen kunsthalle. also quasi eine auszeichnung. resümee: das kunsthallencafè hat wieder offen. noch immer hinter der baustelle, aber mit besserem essen und mehr publikum als zuvor.

kunsthallencafè, 4., treitlstr. 2, tel. 587 0073, tägl. 10-2 uhr